Tipps für Auftraggeber

Sie als Kunde tragen entscheidend zum Gelingen eines Dolmetschereinsatzes oder Übersetzungsprojekts bei. Je direkter und ungehinderter die Informationen zwischen dem Übersetzer und dem Verfasser des Textes fließen können, desto weniger Fehlerquellen entstehen und um so besser wird die Übersetzung.

  • Wie für alle Dienstleistungen gilt: Holen Sie einen Kostenvoranschlag ein, und vereinbaren Sie am besten einen Festpreis. Wenn Sie einen Dolmetscher beauftragen, verhandeln Sie mit ihm auf Basis von Tagessätzen, wobei die Nebenkosten extra berechnet werden.
  • Häufige Kalkulationsbasis bei Übersetzungen ist der Zeilenpreis. Eine Zeile ist dann eine Rechenzeile und besteht aus einer zu vereinbarenden Menge von Zeichen, einschließlich Leerzeichen (meist zwischen 50 und 55 Zeichen). Der Preis richtet sich außerdem nach Schwierigkeitsgrad, Sprache, Zielgruppe und Dringlichkeit.
  • Am einfachsten und bequemsten ist es, Texte in elektronischer Form zu übermitteln. Senden Sie dem Übersetzer den Ausgangstext als editierbare Datei per E-Mail. Dies erleichtert die Angebotserstellung und Übersetzung, spart Zeit und sorgt für eine problemlose Weiterverarbeitung. Überlegen Sie, welche Dateiformate Sie verarbeiten und welche Datenträger Sie lesen können und ob die Formatierung und das Layout des Textes erhalten bleiben sollen.
  • Legen Sie den Leistungsumfang möglichst genau fest: Umfang der Übersetzung, Anzahl der Stunden/Tage für einen Dolmetschereinsatz etc. Teilen Sie Ihrem Sprachmittler mit, für welche Zielgruppe übersetzt/gedolmetscht werden muss (Laien oder Fachleute) und um welches Fachgebiet es sich handelt.
  • Übersetzungen brauchen Zeit. Wenn Sie Abgabetermine zu eng setzen oder jeden Auftrag als außerordentlichen Eilauftrag deklarieren, dürfen Sie sich über unzureichende Qualität, steigende Kosten und jede Menge Ärger nicht wundern. Berücksichtigen Sie ausreichend Zeit für Erstaufträge, Korrektur und Redaktionsarbeiten.
  • Stellen Sie dem Übersetzer/Dolmetscher Hintergrundinformationen wie Referenzunterlagen, Prospekte, Broschüren, alte Dokumentationen oder Handbücher zur Verfügung. Wenn Sie firmeninterne Begriffe und Abkürzungen benutzen, lassen Sie dies Ihren Sprachmittler wissen, damit Ihre Botschaft fachlich kompetent und sachlich richtig klingt und die Zielgruppe erreicht.
  • Senden Sie dem Übersetzer möglichst nur fertige Texte. Je mehr Versionen Sie erstellen, desto größer ist die Gefahr, dass sich Fehler in die endgültige Fassung einschleichen. Von steigenden Kosten ganz zu schweigen. Lässt es sich nicht vermeiden, dass Text und Übersetzung parallel entstehen müssen, dann sollten Sie die unterschiedlichen Versionen kennzeichnen und den Übersetzer genau darüber informieren, wann welche Änderungen am Text vorgenommen wurden.
  • Schicken Sie auch Zeichnungen, Fotos, Bilder oder Videos mit. Bildinformationen sind nicht nur für den Leser nützlich. Übersetzer arbeiten mit Bedeutungen und Konzepten, nicht einfach nur mit Wörtern.
  • Haben Sie immer ein offenes Ohr für Ihren Sprachmittler! Rückfragen sind keine lästigen Zeitfresser, sondern ein Zeichen intensiver Arbeit an Ihrem Text.

Quelle: Informationsbroschüre für Auftraggeber von Sprachmittlerdienstleistungen. Herausgegeben vom Berufsverband ADÜ Nord, Assoziierte Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e. V.